Spenden für die DKMS in Chile

Die eingenommenen Spenden der Aktion werden von DKMS Deutschland an DKMS Chile weitergeleitet, um dort z.B. den Ausbau der Datei zu finanzieren. Geldspenden helfen dabei, für noch mehr Patient:innen eine passende Stammzellspenderin oder den passenden Stammzellspender zu finden und damit neue Lebenschance zu ermöglichen.

Die Durchführung von Registrierungsaktionen und durch Aufklärung das Bewusstsein der Wichtigkeit der Stammzellenspende kann ebenfalls mit den Spenden unterstützt werden. Die DKMS vor Ort übernimmt ebenfalls teilweise die Kosten für die Durchführung von Stammzellspenden bzw. der Extraktion von Stammzellen und sorgt für die Bereitstellung von Medikamenten von an Blutkrebs erkrankten Patienten. 

Spenden für eine Transplantationsklinik in Chile

Alle Spenden gehen direkt an die DKMS Deutschland, die das Geld an die DKMS Chile weiterleitet für die Umsetzung des Projektes des Aufbaus eines Transplantations-Zentrums. Die Kosten für die Errichtung der Klinik belaufen sich auf insgesamt 250.000 €. Doch auch darüber hinaus werden weitere Investitionen notwendig, wie z.B. das Apherese-Gerät, welches für die Gewinnung der Stammzellen aus dem Blut des Spenders benötigt wird. Die Transplantationsklinik soll schnell nach Fertigstellung bis zu 90 Spenden pro Jahr ermöglichen. Die Kosten für die Betreuung, Medikation und Ausführung der Stammzellspende belaufen sich ebenfalls auf ca. 4.350 € pro Spende.

 

InvestitionenBeschreibungKosten
Apherese-GerätExtraktion der Stammzellen50.110 €
Extraktion der StammzellenMedikation, medizinische Betreuung und Ausführung der Entnahme der Stammzellen4.350 €
Medizinischer Notfallwagen inkl. Zubehör
u.a. Messgeräte Vitalzeichen (Blutdruck, Herzfrequenz etc.) & Medikamentensteuerung3.267 €
Klinischer KühlschrankLagerung der Stammzellen1.630 €
Typisierung von potenziellen SpendernAuswertung im Labor: Bestimmung der HLA-Merkmale25 €

Können wir Spenden z.B. für ein Apherese-Gerät sammeln, erreichen wir damit, dass wir 90 Menschen pro Jahr Zugang zu einer Stammzellenspende ermöglichen können – oft die einzige Hoffnung für Leukämiepatienten. Doch auch darüber hinaus, erreichen wir mit dem Aufbau der Transplantationsklinik einen nachhaltigen Effekt. Durch die kontinuierliche Verbesserung können somit die Kosten der Stammzellenspende gesenkt werden und die Betriebskosten pro Spende verringert werden. Somit kann noch mehr Blutkrebspatienten der Zugang zur Transplantation gewährt werden. Außerdem erhoffe ich mir davon, dass es auch eine Signalwirkung für die Region ist. Einerseits verstärkt sich das Bewusstsein für die Erkrankung an Blutkrebs und somit hoffentlich auch die Spenden- bzw. Registrierungsbereitschaft, andererseits könnten weitere Transplantationskliniken und Initiativen in anderen Ländern auf dem südamerikanischen Kontinent folgen – und somit nachhaltig die Situation und Heilungschancen der Blutkrebspatienten in Südamerika verbessert werden!

Warum es so wichtig ist...

Weltweit erkrankt jede 27 Sekunden ein Mensch an Blutkrebs!

Blutkrebs kann jeden treffen, jederzeit! In Deutschland erkrankt alle 12 Minuten jemand an Blutkrebs. Weltweit sind es sogar alle 27 Sekunden. Für Blutkrebs gibt es keine spezifischen Anzeichen, auf deren Basis eine Diagnose erstellt werden könnte, da sämtliche Symptome auch unter anderen Umständen auftreten können. Zum Beispiel: Fieber, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, spontane Blutungen, geschwollene Lymphknoten und Blässe. (Quelle: DKMS)

Laut einer US-Statistik liegt das Lebenszeitrisiko, an einer Form der Leukämie zu erkranken, bei 1,6 %. Fast 2 von 100 Personen erhalten also während ihres Lebens die niederschmetternde Diagnose “Leukämie”. Durch den medizinischen Fortschritt konnte die 5-Jahres-Überlebensrate von Leukämien-Erkrankten jedoch deutlich verbessert werden – von ca. 33 % im Jahr 1975 auf 65 % im Zeitraum 2011-2017. (Quelle: NIH)

Die Chancen, eine solche Erkrankung jedoch zu überleben, sind sehr ungleich verteilt – oftmals beschränken sich die Fortschritte der Medizin auf die hochentwickelten Länder. Schätzwerte zu Inzidenz und Mortalität weltweit verraten, dass derzeit in Deutschland ca. 41 % der Leukämie-Erkrankten versterben – in Südamerika sterben allerdings 67 %. Weiter erkranken in entwickelten Ländern die Menschen zwar häufiger an Leukämie – die Inzidenz ist ca. 50% höher als in Südamerika – die altersbereinigte Mortalitätsrate pro 100.000 Einwohner ist jedoch mit 3,4 in Deutschland und 3,6 in Südamerika nahezu identisch bzw. in Südamerika sogar höher. (Quelle: IARC)

Dieser Unterschied hat sicherlich viele Faktoren: die Infrastruktur des Medizinsektors, die staatliche Gewährleistung von medizinischen Leistungen oder auch die Verfügbarkeit von Medikamenten, um nur einige zu nennen – doch wir verfügen über die Mittel, viele Menschenleben zu retten und neue Hoffnung zu schenken. Bei ca. 25.700 jährlichen Fällen könnten somit allein in Südamerika jährlich ca. 6.600 Menschenleben gerettet werden, wenn diese Menschen die gleiche Behandlung erhielten wie in Deutschland. Noch dramatischer wird der Unterschied, wenn wir den Blick auf die Leukämie-Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen bis zum 19. Lebensalter schauen. In Deutschland ist in näherungsweise 92 % dieser Fälle die Therapie erfolgreich – “nur” ca. 8 % der Erkrankten versterben. Ziehen wir die Daten aus Südamerika heran, sehen wir, dass ca. 44 % der Erkrankten nicht überleben – viele Leben von jungen Heranwachsenden, die noch so viele Lebensjahre vor sich hatten, enden viel zu früh. (Quelle: IARC)

Alicias Wunsch war es, viel mehr Menschen den Zugang zu einer Therapie zu ermöglichen – den Menschen und betroffenen Familien Hoffnung zu schenken auf ein zweites Leben. Die DKMS Chile vor Ort in Südamerika nimmt sich dieser Aufgabe an. Die Spenderkarteien sind weltweit vernetzt, sodass auch die Typisierung hier in Deutschland ein Menschenleben in Südamerika retten kann. Jedoch gibt es eine starke Diskrepanz zwischen dem Bewusstsein für Leukämie-Erkrankungen in Südamerika und hier in Deutschland. Während in Deutschland ca. 7 Mio. Menschen bereits bei der DKMS registriert sind, sind es in Chile aktuell lediglich 80.000 Menschen (Quelle: DKMS). Wichtig ist die Ausweitung der Spendenkartei vor Ort, da es die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen passenden Spender aus der gleichen ethnischen Gruppe zu finden, deren HLA-Merkmale häufiger übereinstimmen. 

Aus all diesen Gründen und dem Wunsch von Alicia entsprechend möchte ich mit dem “Ride for ALL” auf die unterschiedlichen Voraussetzungen, eine Leukämie-Erkrankung zu überleben, aufmerksam machen und ein kleines Puzzleteil hinzufügen im Kampf gegen Leukämie und für die Chance auf ein zweites Leben für ALLE – unabhängig von Ländergrenzen, Geburtsort oder ökonomischen Verhältnissen.

  • Deutschland

  • 7.010.343Lebensretter*
    • Mortalität pro 100.000 Personen zw. 0-19 Jahren:

      0,4

    • Inzidenz pro 100.000 Personen zw. 0-19 Jahren:

      5,0

    • Spendersuche nicht erfolgreich

      ~10%

  • Südamerika

  • 80.843Lebensretter*
    • Mortalität pro 100.000 Personen zw. 0-19 Jahren:

      1,9

    • Inzidenz pro 100.000 Personen zw. 0-19 Jahren:

      4,3

    • Spendersuche nicht erfolgreich

      ~58%

*Potentielle, registrierte Spender bei der DKMS

  • Deutschland

  • 7.010.343
    • Potentielle Lebensretter*
    • Mortalität pro 100.000 Personen zw. 0-19 Jahren:

      0,4

    • Inzidenz pro 100.000 Personen zw. 0-19 Jahren:

      5,0

    • Spendersuche nicht erfolgreich

      ∼10%

  • Südamerika

  • 80.843
    • Potentielle Lebensretter*
    • Mortalität pro 100.000 Personen zw. 0-19 Jahren:

      1,9

    • Inzidenz pro 100.000 Personen zw. 0-19 Jahren:

      4,3

    • Spendersuche nicht erfolgreich

      ∼58%

Was ist eigentlich Leukämie?

Leukämien werden umgangssprachlich auch unter dem Sammelbegriff Blutkrebs geführt. Leukämien sind eine Untergruppe verschiedener bösartiger Erkrankungen des blutbildenden Systems, bei denen die normale Blutbildung durch unkontrollierte Vermehrung bösartiger Blutkrebszellen gestört ist. Diese entarteten, bösartigen Zellen verdrängen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten), die somit ihre lebensnotwendigen Aufgaben nicht mehr ausführen können, zum Beispiel Sauerstoff transportieren, Infektionen bekämpfen, oder Blutungen stoppen. Leukämie bedeutet „weißes Blut“ und bezeichnet eine Vielzahl von Blutkrebsarten, die von den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) ausgehen.

Je nachdem, aus welcher Untergruppe der weißen Blutkörperchen sich die entarteten Zellen entwickelt haben, werden Leukämien in zwei Gruppen eingeteilt: myeloische Leukämien und lymphatische Leukämien. Myeloische Leukämien entwickeln sich aus Vorläuferzellen im Knochenmark, lymphatische Leukämien aus Vorläuferzellen im lymphatischen System.

Diese Gruppen kann man noch weiter unterteilen in chronische und akute Leukämien. Bei einer akuten Leukämie verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten rapide, wohingegen chronische Leukämien in der Regel deutlich langsamer voranschreiten. Leukämien können in jeder Alterspanne und auch bereits im Kindesalter auftreten. Oft ist eine Stammzelltransplantation die einzige Überlebenschance für die betroffenen Patient:innen, unter ihnen viele Kinder und Jugendliche.

Was ist und macht die DKMS?

Die DKMS (Deutsche KnochenMarkSpenderdatei) hat sich als internationale gemeinnützige Organisation dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben. Sie wurde 1991 in Deutschland von Dr. Peter Harf gegründet, nachdem seine Frau 1990 ebenfalls an Leukämie erkrankte und auf eine Knochenmarkspende angewiesen war. Alleine in Deutschland sind etwa 3.600 Menschen pro Jahr darauf angewiesen, irgendwo auf der Welt ihren „genetischen Zwilling“ zu finden.

Bis heute konnten mehr als 10,5 Millionen Lebensspender registriert und  durch die Vermittlung von Stammzellspenden bereits über 91.000 Mal eine zweite Chance auf Leben geschenkt werden– in insgesamt 57 Ländern der Welt.

Im vergangenen Jahr konnte die DKMS für 7.517 Blutkrebspatient:innen weltweit einen passenden Stammzellspender oder eine passende Stammzellspenderin vermitteln.

Quelle: DKMS

Warum ist die Registrierung so wichtig?

Nur rund 30 Prozent der Patient:innen finden eine geeignete Spender:in innerhalb der Familie. Wird innerhalb der eigenen Familie kein passender Stammzellspender gefunden, beginnt die Suche nach einem nicht verwandten Spender. Alleine in Deutschland sind etwa 3.600 Menschen pro Jahr darauf angewiesen, irgendwo auf der Welt ihren „genetischen Zwilling“ zu finden und leider findet immer noch jeder zehnte Betroffene keine geeignete Stammzellspender:in.

Bei unzähligen möglichen Kombinationen der HLA-Merkmale (Humane Leukozytenantigene) ist es nicht verwunderlich, dass sich die Spendersuche oftmals als schwierig gestaltet. Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst alle typisieren lassen. Auch der weltweite Ausbau der Datei ist notwendig, da die Chance höher ist von Menschen von gleicher, ethnischer Herkunft eine Spende empfangen zu können.

Quelle: DKMS

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